Pflanzenportraits

 

Ästige Graslilie

An langen, dünnen Stielen reckt die Graslilie ihre zarten Blüten in die Höhe. Vor allem im Mittelmeerraum ist sie zahlreich anzutreffen, hierzulande fühlt sie sich an trockenen und warmen Orten wohl. Auch mit langanhaltender Trockenheit, unter der andere Pflanzen eingehen, kommt sie gut zurecht.

Im Sommer lässt sich die Graslilie auf den Lunz- und Brandbergen entdecken.

Art Ästige Graslilie
Wiss. Name Anthericum ramosum
Familie Spargelgewächse
Gefährdung in S.-A. Nicht gefährdet
Beschreibung Größe 30-60cm, schmale, grasartige Blätter, verästelter Stengel mit weißen Lilienblütchen, lange gelbe Staubblätter,
Blütezeit Mai-August
Vorkommen Rasen und Gebüsche auf kalkreichen, warmen und trockenen Standorten, Steppen und Heiden

 

Diptam

Der wunderschöne Diptam ist in seiner Wildform nur noch selten anzutreffen. Er ist der einzige mitteleuropäische Vertreter der Rautengewächse und mit den Citrus-Arten verwandt. Daher rührt auch sein zitronen- oder zimtartiger Geruch, den er weiträumig verströmt. Die Fruchtdrüsen stoßen außerdem ätherische Öle aus, die ein Gas bilden, welches entzündet werden kann und eine kleine blaue Flamme bildet. Die Pflanze selbst nimmt bei diesen Feuern keinen Schaden, in sehr heißen Sommern entzünden sie sich sogar selbst. Wer die Pflanze findet, sollte sie nicht berühren, da aus ihren Drüsen ein phototoxischer Stoff austritt, der bei Berührung und Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen führt.

Der Diptam ist in Halle im Naturschutzgebiet Bischofswiese heimisch, kann aber meist nur von Fachleuten gefunden werden.

Art Diptam
Wiss. Name Dictamnus albus
Familie Rautengewächse
Gefährdung in S.-A. Gefährdet
Beschreibung Größe 60-100cm, Blätter einfach gefiedert und bis 8cm lang, lange Stängel mit vielen rosafarbenen Blüten, die einen weitreichenden Duft verströmen. Reife Fruchtschalen reißen mit einem hörbaren Knallen auf und verschleudern die Samen.
Blütezeit Mai-Juni
Vorkommen Lichte, trockene Wälder und Gebüsche

 

Färber-Scharte

Ihren Namen hat die Färber-Scharte nicht von ungefähr: Früher nutzte man ihre Blätter, um das sogenannte „Schüttgelb“ zu gewinnen, eine Mischung aus pflanzlichen und mineralischen Stoffen, die Malern bis ins 19. Jahrhundert hinein als Farbe diente. Daher rührt auch ihr lateinischer Name „tinctoria“.

Die Färberscharte mag keine pralle Sonne und fühlt sich daher auf den Lunzbergen und auf Lichtungen der Bischofswiese wohl.

Art Färber-Scharte
Wiss. Name Serratula tinctoria
Familie Korbblütler
Gefährdung in S.-A. Gefährdet
Beschreibung Größe 30-100cm, krautige Pflanze mit nach oben hin kleiner werdenden Blättern, violetter Blütenkorb mit Röhrenblüten
Blütezeit Juli-September
Vorkommen Magere, halb-sonnige Standorte, offene Wälder, Hochstaudenflure

 

Gewöhnliche Küchenschelle

Nicht von der Küche, sondern der Kuh hat die Küchenschelle ihren Namen, denn ihre Blütenform erinnert an die Glocken, welche die „Küh-chen“ um den Hals tragen. Sie blüht als eine der ersten Pflanzen auf den Magerrasen und sieht ausgesprochen hübsch aus. Sie zu pflücken ist jedoch strengstens verboten. Darüber hinaus ist die Küchenschelle giftig, als Hahnenfußgewächs enthält sie den Giftstoff Protoanemonin, der aus verletzten Stellen austritt und die Haut stark reizt.

In Halle ist die Küchenschelle mit etwas Glück auf den Brand- und Lunzbergen zu sehen.

Art Gewöhnliche Küchenschelle
Wiss. Name Pulsatilla vulgaris
Familie Hahnenfußgewächse
Gefährdung in S.-A. Stark gefährdet
Beschreibung Größe 10-40cm, behaarte, fein gefiederte Blätter, Blüten glockig, später aufrecht, violett bis rosa gefärbt, gelbe Staubblätter.
Blütezeit März-Mai
Vorkommen Kalkgestein, Magerrasen, lichte Kieferwälder

 

Glatt-Brillenschötchen

Die meiste Zeit des Jahres ist das Brillenschötchen eine recht unscheinbare Pflanze mit kleinen, gelben Blüten. Sobald sie ihre Früchte bildet, wird der Grund des ungewöhnlichen Namens offensichtlich: Die kleinen Schötchen bilden zwei runde Kreise und erinnern damit an die Form einer Brille. Sind sie reif, segeln sie bei einem Windstoß auf ihren flachen Flügeln davon.

Das Brillenschötchen ist in Halles Lunzbergen zu finden.

Art Glatt-Brillenschötchen
Wiss. Name Biscutella laevigata
Familie Kreuzblütengewächse
Gefährdung in S.-A. Stark gefährdet
Beschreibung Größe 10-30cm, Blätter länglich und bis 12 cm lang, kleine gelbe Blüten,Früchte sind zwei kreisförmige, brillenförmige Schötchen
Blütezeit Mai-Juni
Vorkommen Alpine, steinige Rasen, Felsspalten

 

Kartäusernelke

Vermutlich hat die Kartäusernelke ihren Namen von den Kartäusermönchen, die sie in ihren Gärten zu medizinischen Zwecken gepflanzt und gezüchtet haben. Im Sommer tauchen die Nelken ihre Umgebung in ein rosa-violettes Farbenmeer, welches eine Vielzahl von Insekten anlockt. Die hübsche Pflanze ist zurzeit nicht gefährdet, steht aber unter Schutz.

Die Kartäusernelke mag es warm und trocken und ist daher in den nördlich gelegenen Naturschutzgebieten Halles anzutreffen.

Art Kartäusernelke
Wiss. Name Dianthus carthusianorum
Familie Nelkengewächse
Gefährdung in S.-A. Nicht gefährdet, aber besonders geschützt
Beschreibung Größe 20-50cm, Blätter schmal, Blüten purpurfarben mit braunen Hochblättern an der Kopfbasis
Blütezeit Mai-September
Vorkommen Kalk-Magerrasen, Böschungen, sonnige, sandige Waldsäume, Heiden

 

Kleines Knabenkraut

Das sehr seltene Knabenkraut ist die einzige in Halle heimische Orchideenart und stark gefährdet. Es verträgt keine Düngung und verschwindet somit in Gegenden, deren Landwirtschaft starker Düngung unterliegt. Nur auf Mager- und Trockenrasen ist es noch zu finden. Die Knollen der Orchis-Arten wurden früher zu Medizin verarbeitet, die Kindern bei Magen-Darm-Erkrankungen helfen sollte. Inzwischen haben bessere Medikamente die „Orchideenmedizin“ glücklicherweise abgelöst.

Zu finden ist das streng geschützte Knabenkraut in den Lunzbergen.

Art Kleines Knabenkraut
Wiss. Name Anacamptis morio
Familie Orchideen
Gefährdung in S.-A. Stark gefährdet
Beschreibung Größe 10-30cm, spitze, längliche Blätter, kräftiger, kurzer Stängel. Violetter Blütenstand mit breiten, dreilippigen Blüten.
Blütezeit April-Juni
Vorkommen Kalkarme Magerrasen, lichte Wälder, trockene Bereiche von Feuchtwiesen

 

Schlitzblatt-Karde

Die Schlitzblatt-Karde gehört zur Gattung der Karden, die ihren Namen durch ihre stacheligen Blütenköpfe erhielten. Karden sind grobe Kämme oder Bürsten, die zum Ausrichten von losen Textilfasern oder Schafwolle dienen. Der lateinische Name „Dipsacus“ leitet sich von dipsa (=Durst) ab und nimmt Bezug auf das Regenwasser, welches sich in den Blattachseln der Karden sammelt. Im Gegensatz zur violetten Wilden Karde blüht die Schlitzblatt-Karde weiß. Aufgrund ihrer Stacheln wird sie nur selten in Gärten gepflanzt, die getrockneten Blütenköpfe dienen jedoch oft zu Dekorationszwecken oder werden in Trockensträußen verwendet.

In Halle ist die Schlitzblatt-Karde auf dem Pfingstanger zu finden.

Art Schlitzblatt-Karde
Wiss. Name Dipsacus laciniatus
Familie Geißblattgewächse
Gefährdung in S.-A. Gefährdet
Beschreibung Größe 50-120cm, dicke, stachelige Stängel mit langen, spitzen Blättern, kegelförmige Blütenköpfe mit weißen Blüten und spitz abstehenden Hüllblättern.
Blütezeit Juli-August
Vorkommen Feuchte Waldränder, Ruderalstellen, Auen

 

Schwarz-Pappel

Nur noch selten ist die artenreine Schwarz-Pappel anzutreffen. Dies hat seine Ursache zum einen im Rückgang geeigneter Lebensräume, zum anderen in der Entstehung von Hybriden aus Schwarz-Pappel und amerikanischen Pappelarten, die die Urform verdrängen. In den 1950er und 60er Jahren wurden viele Pappeln zur Holzgewinnung gepflanzt, das Holz stellte sich jedoch als minderwertig heraus. Große Pappeln entziehen dem Boden durch ihre flachen Wurzeln viel Wasser und erschweren damit anderen Pflanzen das Überleben. Da die „Pappel-Wolle“ der Samen als störend empfunden wird, pflanzt man in Städten und Parks hauptsächlich vegetativ vermehrte männliche Pappeln.

In Halle ist die Schwarz-Pappel in der Saale-Elster-Aue, auf der Peißnitzinsel und am Pfingstanger zu finden, Hybridformen aus schwarzer und kanadischer Pappel kommen auf dem Forstwerder und der Rabeninsel vor.

Art Schwarz-Pappel
Wiss. Name Populus nigra
Familie Weidengewächse
Gefährdung in S.-A. Stark gefährdet
Beschreibung Größe 20-30m, Blätter dreieckig, groß ausladende Baumkrone, knorrige Stämme. Getrenntgeschlechtliche Pflanze, weibliche Kätzchen gestreckt, männliche Kätzchen hängend.
Blütezeit März-April
Vorkommen Auen von Flüssen mit gut durchlüfteten Sand- und Kisböden

 

Strand-Grasnelke

Bis in den Hochsommer hinein tauchen die zahlreichen Grasnelken Wiesen und Hügel in ein zartes Rosa. Ihr hübsches Aussehen mit den kugeligen Blütenköpfen hat sie zu einer beliebten Gartenpflanze gemacht. Auch Insekten besuchen ihre Blüten sehr gerne. Noch ist die Grasnelke nicht gefährdet, genießt aber besonderen Schutz.

In den Naturschutzgebieten Lunz- und Brandberge findet man Grasnelken in großer Zahl.

Art Strand-Grasnelke
Wiss. Name Armeria maritima elongata
Familie Bleiwurzgewächse
Gefährdung in S.-A. Nicht gefährdet, aber besonders geschützt
Beschreibung Größe 10-30cm, Blätter linearisch und glatt, Blüten mit rosafarbenen, runden Köpfen auf langen Stielen.
Blütezeit April-September
Vorkommen Salzwiesen, Binnendünen, Halden

 

Wilde Tulpe

Die auch als Waldtulpe bezeichnete Wilde Tulpe kommt ursprünglich aus Südeuropa und wurde als Zierpflanze in Mitteleuropa etabliert. Verwilderte Exemplare sind heute auch außerhalb von Gärten anzutreffen, vor allem an sonnigen Standorten wie Weinbergen fühlt sie sich wohl. Die hübsche Pflanze zeichnet sich im Gegensatz zu vielen Zuchtformen durch einen angenehmen Duft aus.

Im Frühling kann man die Wilde Tulpe auf dem Forstwerder antreffen.

Art Wilde Tulpe
Wiss. Name Tulipa sylvestris
Familie Liliengewächse
Gefährdung in S.-A. Gefährdet
Beschreibung Größe 30-45cm, meist 3-4 lange Blätter pro Pflanze, je eine gelbe, duftende Blüte in Glockenform, orangefarbene Staubblätter. Blüten schließen sich abends und breiten sich tagsüber zu einem Stern aus.
Blütezeit April-Mai
Vorkommen Warme Standorte, Weinberge, Wälder, Gebüsche,Gärten

 

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