Natur hautnah

… im Naturschutzgebiet „Bischofswiese“

Im Herzen der Dölauer Heide versteckt es sich: das Naturschutzgebiet Bischofswiese. Ich habe mich mit dem Biologen Sebastian Voigt vom NABU Halle an der Straßenbahnendhaltestelle Kröllwitz verabredet. Er begleitet mich heute in Halles grüne Lunge. Gemeinsam radeln wir bergauf und bergab durch den duftenden Sommerwald. Kaum ein Mensch ist zu sehen. Ich bin leicht aus der Puste, als wir vom Weg abbiegen und einem kleinen Pfad ins Unterholz folgen. Bevor es ins eigentliche Naturschutzgebiet geht, bekomme ich noch einen Kurztrip in die Steinzeit geboten: Nach wenigen Metern finden wir – gut in hüfthohen Brennnesseln versteckt – eine Grabstätte vor uns. Insgesamt sechs Steinkistengräber gibt es in der Dölauer Heide. Sie sind Überbleibsel aus der Zeit der Schnurkeramikkultur und damit weit über 4000 Jahre alt. Ich staune, dass die alten Steinplatten so zugewuchert sind, und erfahre, dass gelegentlich freigeschnitten wird und es sogar Tafeln gibt, die über die Gräber informieren.

Ein botanisches Kleinod

Wir begeben uns zurück auf den Hauptweg, doch nur ein paar Minuten später halten wir erneut an, um wieder einen Abstecher ins Dickicht zu machen. Sebastian Voigt weiß genau, wo er nach seltenen Pflanzen suchen muss. Es geht steil bergauf, diesmal ohne Weg mitten durch den Wald. Auf einer Lichtung angekommen, bekomme ich einen der botanischen „Stars“ der Bischofswiese gezeigt: den Diptam. Ich muss mehrmals hinsehen, denn er ist zwischen all den anderen Pflanzen für einen Laien kaum zu erkennen. Die Blütezeit ist schon vorbei, aber ich freue mich trotzdem, diese Rarität zu Gesicht zu bekommen. Direkt neben der Diptampflanze wächst ein eleganter Schwalbenwurz, ebenfalls sehr selten geworden. Aufgrund der zahlreichen Mücken machen wir uns schnell auf den Rückweg und fahren bis zur eigentlichen Bischofswiese.

Eine Waldwiese wie im Märchen

Ihr Zugang wird von einem hölzernen Bischof und einer Infotafel angezeigt. Der Trampelpfad ist etwas zugewuchert, aber gut zu erkennen. Schließlich stehen wir direkt an der Wiese, die ein märchenhaftes Bild abgibt. Die Sonne scheint durch die Baumkronen und bringt Spinnennetze zum Glitzern, hier und da blüht ein Pflänzchen. Um nichts zu beschädigen, gehen wir nicht vom Wege ab und nur ein kurzes Stück ins Naturschutzgebiet hinein. Damit ich mich auf dem Rückweg nicht in der großen Dölauer Heide verfahre, begleitet Sebastian Voigt mich bis zum Waldrand. Ich bedanke mich bei ihm für die sehr interessante Führung und kann nun sowohl die Dölauer Heide als auch das Naturschutzgebiet Bischofswiese sehr für einen Besuch empfehlen.

Wenn Sie auch einen Abstecher zur Bischofswiese unternehmen wollen, finden Sie eine Fahrradroute unter „Erleben und Entdecken“.

 

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