Natur hautnah

… im Naturschutzgebiet „Lunzberge“

Nachdem ich den Lunzbergen im Sommer bereits einen Besuch abgestattet habe, begebe ich mich im Herbst ein zweites Mal in Halles nördlichstes Naturschutzgebiet. Das Wetter ist zwar etwas trübe, doch ich werde durch das bunte Herbstlaub entschädigt. Meine Karte lotst mich durch den Ort Lettin, vorbei an Kleingärten und Pferdeställen, bis zu einem schönen Radweg. Er ist Teil des Saale-Radwanderwegs und führt direkt an den Lunzbergen entlang. Fußgänger können außerdem auf Feldwegen zwischen den Hügeln hindurchspazieren.

 

Der steile Weg zum Ausblick

Um mir einen Eindruck von der Natur verschaffen zu können, muss ich jedoch auf einen kleinen Trampelpfad ausweichen, der mich steil hinauf auf die Kruppe eines der Hügel führt. Die Aussicht ist einmalig, wie dunkelgrüne Inseln erheben sich die einzelnen Hügel aus dem Meer von Wiesen und Feldern. Hier und da blüht noch eine Kartäusernelke, auch das Heidekraut gibt noch ein schönes Bild ab. Zwischen den Gräsern und Moosen glitzern viele mit Tautröpfchen übersäte Spinnennetze.

Greifvögel und Abgründe

Während ich den Boden nach weiteren interessanten Pflanzen absuche, finde ich das kleine Gewölle eines Greifvogels. Deutlich sind die Überreste der Vogelmahlzeit in Form von Knochen zu erkennen. Kurz nach meinem Fund fliegt ein Mäusebussard aus den Bäumen neben mir auf. Ob er der Urheber des Gewöllehäufchens ist, bleibt ungewiss. Majestätisch fliegt er an mir vorüber und verschwindet hinter den nächsten Hügelkuppen. Ich habe ein schlechtes Gewissen, da der Vogel offenbar durch mich gestört wurde, und mache mich vorsichtig auf der Hügelrückseite an den Abstieg. Ein großer, felsiger Schlund tut sich neben mir auf – da möchte ich lieber nicht hineinrutschen. Ich bin überrascht, wie zerklüftet die Hügel sind, die von außen einen eher runden Eindruck machen.

Weiter nach Westen

Heil erreiche ich mein Fahrrad und fahre weiter nach Westen. Das Naturschutzgebiet wird gleich von mehreren Hinweisschildern flankiert. So viele hatte ich bei einem so kleinen Gebiet nicht erwartet. Kurz vor Neuragoczy werden die Strauch- und Wiesenlandschaften von einem Wald abgelöst. Obwohl der Herbst zweifellos seine Reize hat, empfehle ich einen Besuch der Lunzberge eher im Frühling und Sommer, wenn die Hügel von bunten Blüten gespickt sind. Dann finden sich hier auch viele Insekten und kleinere Vogelarten.

Wenn Sie wissen wollen, wie Sie eine Radtour zum Naturschutzgebiet Lunzberge unternehmen können, finden Sie einen Streckenvorschlag im Abschnitt „Erleben und Entdecken“.

 

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