Andere

 

Feldhase

Er ist deutlich größer, schneller und langohriger als das Kaninchen, trotzdem wird es oft mit ihm verwechselt. Wer von einem „Hasen“ spricht, meint meistens ein Stallkaninchen oder den Osterhasen. Kein Wunder also, dass der echte Feldhase die meiste Zeit des Jahres ein Schattendasein führt. Obwohl er immer seltener wird, steht er häufig auf der Speisekarte. Neben der Bejagung haben Landwirtschaft und Straßenverkehr zum Rückgang der Bestände geführt. Trotzdem erfreut sich der Hase großer Beliebtheit als Ankündiger des Frühlings und Überbringer der Ostereier – über den Grund der Verbindung des Hasen mit dem Osterfest gibt es aber nur Vermutungen. Wer ein Hasenkind scheinbar verlassen in weiter Flur findet, sollte es nicht mitnehmen, denn Häsinnen lassen ihren Nachwuchs zu dessen Schutz bewusst allein zurück. Nur zwei Mal am Tag suchen sie ihre Jungen zum Säugen auf. Da Hasen keine Baue graben, sind die Jungtiere von Geburt an Überlebenskünstler, die sich tief ducken, um möglichst unsichtbar für Beutegreifer zu bleiben.

Feldhasen sind, wie ihr Name schon sagt, oft auf Feldern zu sehen. Vor allem im Frühling kann man sie gut bei ihren „Boxkämpfen“ beobachten. In Halle fühlen sie sich in den Naturschutzgebieten Brandberge, Rabeninsel und Pfingstanger besonders wohl, da sie hier dem Nachstellen durch den Menschen entgehen können.

Art Feldhase
Wiss. Name Lepus europaeus
Familie Hasen
Gefährdung in S.-A. Stark gefährdet
Beschreibung Körperlänge ca. 60-70cm, gelb- bis rotbraunes, schwarz gesprenkeltes Fell, lange Ohren, braune Augen, schwarz-weißer Schwanz. Im Winter heller gefärbt.
Lebensraum Agrarlandschaften mit Büschen und Hecken, offene und halboffene Landschaften, lichte Wälder
Nahrung Grüne Pflanzenteile, Wurzeln, Getreide, Rinde

 

Großer Abendsegler

Im Gegensatz zu den meisten einheimischen Fledermausarten ist der Abendsegler auch noch bei Tageslicht zu sehen. Mitunter verlässt er seinen Unterschlupf bereits am Nachmittag und macht sich auf die Suche nach Faltern und anderen Insekten. Dabei kann er eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h erreichen. Sein auffälliges Gesicht zeichnet sich durch runde, bis zu den Kopfseiten hinabreichende Ohren, vergleichsweise große Augen sowie einen leicht hundeähnlichen Kopf aus. Fliegt er gemeinsam mit Schwalben und Mauerseglern, wird er leicht für einen Vogel gehalten, aber sein flatternder Flug mit schnellen Richtungsänderungen hilft bei der Unterscheidung. Wie viele Fledermäuse leidet der Abendsegler unter dem Mangel an ruhigen Schlaf- und Überwinterungsplätzen sowie dem Rückgang an Insekten durch den Einsatz von Insektiziden.

In Halle hat sich der Große Abendsegler auf den Inseln Forstwerder und Rabeninsel angesiedelt.

Art Großer Abendsegler
Wiss. Name Nyctalus noctula
Familie Glattnasen
Gefährdung in S.-A. Gefährdet
Beschreibung Körperlänge ca. 8cm, Spannweite ca. 40cm, Fell rotbraun glänzend, große Ohren, breites Maul. Jagt abends und nachts mit bis zu 60km/h Fluggeschwindigkeit. Lange Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartieren.
Lebensraum Baumhöhlen und Mauerspalten
Nahrung Fluginsekten, Grillen, Käfer

 

Kreuzkröte

Sie mag es eher trocken, läuft wie eine Maus über den Boden und bringt die lautesten heimischen Rufe unter den Amphibien zustande – die Kreuzkröte. Durch den markanten Strich, der längs über ihr „Kreuz“ verläuft, ist sie leicht zu erkennen. Ihren Laich legen die Kreuzkröten in sehr flachen Gewässern wie Pfützen ab. Das Risiko, dass die Kaulquappen dort in ihrer 6-7 Wochen dauernden Metamorphose austrocknen könnten, gehen sie gerne ein, denn dafür ist das Wasser warm und weist keine Fressfeinde auf. Unter günstigen Bedingungen können so von den 2000-3000 Eiern pro Laichschnur sehr viele Nachfahren überleben.

Anzutreffen ist die Kreuzkröte im Naturschutzgebiet Brandberge.

Ruf der Kreuzkröte


(Quelle: www.froschnetz.ch/arten/kreuzkroete.htm)

Art Kreuzkröte
Wiss. Name Bufo calamita
Familie Kröten
Gefährdung in S.-A. Stark gefährdet
Beschreibung Körperlänge ca. 8cm, hellbrauner Grund, Rücken mit grüner oder brauner Marmorierung, gelblicher Längsstreifen auf der Rückenmitte. Verhältnismäßig kurze Hinterbeine. Graben sich zum Überwintern in den Boden ein.
Lebensraum Sandige Böden wie Dünen, Brachen, Sand- und Kiesgruben mit Versteckmöglichkeiten, kleine, flache Gewässer zum Laichen müssen vorhanden sein.
Nahrung Gliederfüßler, Schnecken, Würmer

 

Wasserspinne

Eine Spinne, die unter Wasser lebt? Das gibt es tatsächlich. Ohne Luft kommt aber auch die Wasserspinne nicht aus. Anstatt Luft zu holen und sie anzuhalten, legt sie einen Luftvorrat an. Dazu streckt sie zunächst ihren behaarten Hinterleib aus dem Wasser. Die Luft, die sich in den Haaren verfängt, umschließt sie mit ihren Hinterbeinen und bringt sie in ihre Behausung, die aus einem Gespinst mit darunterliegender Luftblase besteht. In dieser „Taucherglocke“ verbringt die Spinne die Zeit, bis sie über einen ihrer Signalfäden Beute ausmacht. Schwimmt beispielsweise eine Larve gegen einen der Signalfäden, verfolgt die Spinne die Vibration und schnappt zu. Während die meisten Spinnenbisse für den Menschen ungefährlich und schmerzlos sind, kommt der Biss der Wasserspinne einem Wespenstich gleich.

Anzutreffen ist die seltene Wasserspinne in den Tümpeln unterhalb der Brandberge.

Art Wasserspinne
Wiss. Name Argyroneta aquatica
Familie Gebirgstrichterspinnen
Gefährdung in S.-A. Stark gefährdet
Beschreibung Körperlänge ca. 15mm, Männchen beige, Weibchen am Vorderkörper grau, am Hinterleib braun gefärbt. Legt unter Wasser eine umsponnene Luftblase an, in der sie sich meist aufhält. Von ihrem Haus aus spannt sie Signalfäden, um ihre Beute aufzuspüren.
Lebensraum Seen und langsam fließende Süßgewässer von guter Wasserqualität
Nahrung Kleinkrebse, Larven von Wasserinsekten

 

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