Vögel

 

Beutelmeise

Die hübsche Beutelmeise hat sich ihren Namen durch ihr kunstvoll gewobenes Nest verdient, welches wie ein Einkaufsbeutel von den Zweigen hängt. Gemacht ist der Beutel, der meistens an elastischen Weiden- und Pappelästen befestigt ist, aus Halmen und den weichen „Haaren“ von Schilfkolben oder anderen Pflanzenteilen. Die Jungen sind somit vor jedem Beutegreifer gut geschützt. Mit der Treue nimmt es die Beutelmeise nicht so genau, denn nicht selten paart sich ein Weibchen mit mehreren Männchen und umgekehrt.

Zu finden ist die Beutelmeise in den Brandbergen, auf dem Forstwerder, am Pfingstanger und in den Auen im Süden.

Ruf der Beutelmeise:


(Quelle: www.vogelstimmen.de / Bjarne Nielsen)

Art Beutelmeise
Wiss. Name Remiz pendulinus
Familie Beutelmeisen
Gefährdung in S.-A. Aktuell nicht gefährdet
Beschreibung Körperlänge ca. 11cm, weißer Kopf mit schwarzem Gesicht, brauner Rücken, Unterseite hellbraun.
Lebensraum Lichte Gehölze in halboffenen Feuchtgebieten, Bruchwälder, Röhrichte
Nahrung Insekten, Spinnen, Sämereien

 

Eisvogel

Wie ein blauer Pfeil stößt er blitzschnell von einem Ansitz auf seine Beute zu, taucht für einen Sekundenbruchteil ins Wasser und spritzt mit einem Fisch im Schnabel zurück zu seinem Ansitz: der Eisvogel. Leider wird das farbenprächtige Tier immer seltener. Viele der Vögel sterben im Winter, weil die dicke Eisschicht ihnen den Weg zu ihrer Hauptnahrung versperrt. Außerdem sind heute viele Bäche und somit auch die darin lebenden Fische belastet, im trüben Wasser ist kein Zielen auf die Beute möglich und fehlende Steilufer erschweren dem Eisvogel zusätzlich das Finden einer Bruthöhle. Immer strengere Schutzbestimmungen sorgen dafür, dass der Eisvogel noch nicht ganz verschwunden ist. Der Name des Eisvogels hat mit Eis, welches ihm das Leben schwer macht, nichts zu tun. Er nimmt auf den metallischen Glanz von Eisen Bezug, das sich im Gefieder wiederfindet.

In Halle brütet der Eisvogel regelmäßig an der Wilden Saale der Rabeninsel und am Pfingstanger.

Ruf des Eisvogels:


(Quelle: www.vogelstimmen.de / Bjarne Nielsen)

Art Eisvogel
Wiss. Name Alcedo atthis
Familie Eisvögel
Gefährdung in S.-A. Aktuell nicht gefährdet, aber auf Vorwarnliste
Beschreibung Körperlänge ca. 17cm, metallisch glänzende, blaugrüne Oberseite, orangerote Unterseite, dolchförmiger Schnabel. Standvogel, benötigt im Winter offene Süßwasserflächen.
Lebensraum Stehende und fließende Süßgewässer mit Steilufern und Gehölzen
Nahrung Fische, Wasserinsekten, Kaulquappen

 

Raubwürger

Ein Singvogel der besonderen Art ist der zur Familie der Würger gehörende Nördliche Raubwürger. Er ernährt sich weder von Sämereien noch von Früchten, sondern legt ein raubvogelartiges Verhalten an den Tag. Hat er eine Maus erspäht, packt und tötet er sie mit seinem spitzen, krummen Schnabel und spießt sie anschließend in einem Dornenbusch auf. Dort kann er sie leichter zerteilen oder für den nächsten Tag aufbewahren, ohne dass ihm jemand die Beute abspenstig machen könnte. Der Anblick der aufgespießten Beutetiere des Raubwürgers mag barbarisch erscheinen, stellt jedoch eine einzigartige Überlebensstrategie dar.

In Halle fühlt sich der Raubwürger an den Brandbergen, auf der Rabeninsel und dem Pfingstanger sowie in der Saale-Elster-Aue wohl.

Ruf des Raubwürgers:


(Quelle: www.vogelstimmen.de / Bjarne Nielsen)

Art Nördlicher Raubwürger
Wiss. Name Lanius excubitor
Familie Würger
Gefährdung in S.-A. Gefährdet
Beschreibung Körperlänge ca. 24cm, hellgrau mit langem, schwarzem Schwanz und schwarz-weißen Schwungfedern, schwarze Augenbinde, Brust und Bauch hellgrau, hakenförmiger Schnabel.
Lebensraum Halboffene Landschaften, lockere Baum- und Buschbestände. Im Winter leichte Abwanderung nach Süden.
Nahrung Mäuse, Spitz- und Wühlmäuse, Kleinvögel (greifvogelartiges Verhalten)

 

Rebhuhn

„Dazumal regierte ein König in dem Land, der aß die Rebhühner so gern: es war aber eine Not, dass keine zu kriegen waren. Der ganze Wald war voll, aber sie waren so scheu, dass kein Jäger sie erreichen konnte.“ Das Rebhuhn hat nicht nur im berühmten Märchen vom Gestiefelten Kater der Brüder Grimm einen Auftritt, auch in anderen Fabeln und Märchen spielt es eine Rolle. Trotz der recht hohen Bekanntheit des Rebhuhns haben die wenigsten schon einmal eines der Tiere gesehen. Das liegt zum einen an seiner guten Tarnung; duckt es sich, ist es nahezu unsichtbar. Obwohl das Rebhuhn einst sehr zahlreich vertreten war, wird es immer seltener, da es keinen geeigneten Lebensraum mehr findet. Es hält sich vorwiegend am Boden auf und wird somit leicht zur Beute streunender Katzen und freilaufender Hunde. Rebhühner leben in Familienverbänden, sog. Ketten, die sich im Winter zu größeren Völkern verbinden können. Der Name des Rebhuhnes hat mit der Weinrebe nichts zu tun, vielmehr rührt er von den schnarrenden Rufen der Männchen her.

In Halles Naturschutzgebieten hat sich das Rebhuhn in den Lunzbergen, Brandbergen sowie auf der Rabeninsel und dem Pfingstanger ausgebreitet.

Ruf des Rebhuhns:


(Quelle: www.vogelstimmen.de / Norsk Ornitologisk Forening)

Art Rebhuhn
Wiss. Name Perdix perdix
Familie Fasanartige
Gefährdung in S.-A. Stark gefährdet (Stand 2004)
Beschreibung Körperlänge ca. 30cm, rundliche, gedrungene Gestalt. Brust grau, Seiten braun, rostfarbener Kopf, rotbrauner Schwanz, Hahn mit hufeisenförmigem braunem Brustfleck. Standvogel.
Lebensraum Steppen, Heiden, Äcker, Brachland. Kleinstrukturierte Agrarlandschaften mit Gebüschen und Bracheflächen sowie artenreicher Wildkrautflora werden seltener, so dass die Bestände stark zurückgehen oder sogar ganz verschwinden.
Nahrung Getreide, Sämereien, grüne Pflanzenteile von Wildkräutern, Insekten

 

Rotmilan

Auch für den Laien ist der Rotmilan im Flug leicht zu erkennen. Markant sind sein rotbrauner, gegabelter Schwanz und sein langgezogener, klagender „Wiiieh“-Ruf. Die Form des Schwanzes gab dem Rotmilan auch den Namen „Gabelweihe“, während sein majestätischer Segelflug Friedrich Schiller dazu inspiriert haben soll, ihn zum „König der Lüfte“ zu ernennen. In Deutschland leben derzeit 24 000 Paare, und damit mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit.

In Halles Naturschutzgebieten hat sich der Rotmilan gut verbreitet. Man sieht ihn an den Brandbergen, auf dem Forstwerder, der Raben- und der Peißnitzinsel, sowie am Pfingstanger und in den südlichen Saaleauen.

Ruf des Rotmilans:


(Quelle: www.vogelstimmen.de / www.xeno-canto.org)

Art Rotmilan
Wiss. Name Milvus milvus
Familie Habichtartige
Gefährdung in S.-A. Gefährdet
Beschreibung Körperlänge ca. 61cm, brauner Körper, grauer Kopf, Schwingenenden schwarz, gegabelter, rotbrauner Schwanz, kräftiger Hakenschnabel . Jahresvögel, mitunter Kurz- und Mittelstreckenzieher.
Lebensraum Offene Ebenen mit Waldrändern, Agrarlandschaften mit Gehölzen zum Brüten
Nahrung Kleine Säugetiere und Vögel, Wirbellose, selten Aas und Abfälle

 

Waldkauz

Kaum eine gruselige Nachtszene kommt ohne das schaurige „huuh, huuh“ aus, das den Zuschauer an eine große Eule denken lässt. Tatsächlich aber ist es der Waldkauz, der vielen Filmen seine Stimme lieh. Bei anderen Vögeln ist er hingegen äußerst unbeliebt. Wagt sich der Nestplünderer tagsüber aus seiner Baumhöhle, wird er sofort attackiert und vertrieben. Noch gehört der Waldkauz zur häufigsten einheimischen Eulenart, der Rückgang geeigneter Lebensräume kann jedoch in Zukunft zum Problem für die Bestände werden.

Wer in Halle nach den Rufen des Waldkauzes lauschen will, findet ihn vielleicht in seinen Verbreitungsgebieten in der Bischofswiese, auf der Peißnitz- und der Rabeninsel, am Pfingstanger und in der Saaleaue.

Ruf des Waldkauzes:


(Quelle: www.vogelstimmen.de / Juhani Kyyrö)

Art Waldkauz
Wiss. Name Strix aluco
Familie Eigentliche Eulen
Gefährdung in S.-A. Aktuell nicht gefährdet, aber auf Vorwarnliste
Beschreibung Körperlänge ca. 40cm, grau- oder rotbraunes Gefieder mit hellen Streifen und Flecken, großer runder Kopf, stark gekrümmter Schnabel. Standvogel mit Revieren. Nachtaktiv.
Lebensraum Wälder mit Altholzbeständen
Nahrung Mäuse, Kaninchen, Eichhörnchen, Vögel

 

Wendehals

Mit einem Opportunisten hat der selten gewordene Wendehals natürlich nichts zu tun. Seinen Namen hat er durch die langsamen, schlangenartigen Kopfbewegungen, die er bei Drohgebärden oder in der Balz vollführt. Obwohl er mit seinem kurzen Schnabel eher an einen Singvogel erinnert, gehört er zu den Spechten und ernährt sich wie der Grünspecht vornehmlich von Ameisen und deren Larven. Seine Höhle klopft er nicht selbst in Baumstämme, sondern greift auf verlassene Spechthöhlen zurück.

Der Wendehals ist durch seine perfekte Tarnung nur mit Kennerblick zu entdecken. In Halle ist dies in den Brandbergen, auf der Bischofswiese, der Peißnitzinsel und am Pfingstanger möglich.

Ruf des Wendehalses:


(Quelle: www.vogelstimmen.de / Bjarne Nielsen)

Art Wendehals
Wiss. Name Jynx torquilla
Familie Spechte
Gefährdung in S.-A. Aktuell nicht gefährdet, aber auf Vorwarnliste
Beschreibung Körperlänge ca. 16cm, graubraunes Gefieder ähnlich der Farbe und Musterung einer Baumrinde, kurzer, spitzer Schnabel. Brütet in Baumhöhlen. Langstreckenzieher, Überwinterung in Afrika, leicht oberhalb des Äquators.
Lebensraum Lichte Wälder, Streuobstwiesen, Parks und Gärten
Nahrung Ameisenlarven und –puppen, die mit der klebrigen Zunge aufgenommen werden, seltener andere Insekten und Früchte

 

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