Schutzmaßnahmen

Allein durch die Unter-Schutz-Stellung eines bestimmten Gebietes sind der Fortbestand und die Sicherheit für Fauna und Flora noch nicht gegeben. So seltsam es klingt: Der Mensch muss in Naturschutzgebieten eingreifen, um sie in ihrem Zustand zu erhalten. Dies muss natürlich sorgfältig und behutsam geschehen und gut geplant sein.

Wodurch werden die Naturschutzgebiete gefährdet? Vor allem offene Flächen wie Trockenrasen und Heiden sind durch schnell wachsende Büsche und Bäume bedroht. Ein Paradebeispiel hierfür ist die aus Nordamerika stammende Robinie, auch Falsche Akazie genannt, die sich sowohl über Samen als auch mit Wurzelausläufern schnell ausbreitet. Da die Robinie Stickstoff anreichert, verdrängt sie Pflanzen, die auf mageren Standorten vorkommen. Ihre breite Krone raubt den darunterliegenden Arten zusätzlich das Sonnenlicht. Die eigentlichen, geschützten Pflanzen der Magerrasen weichen somit immer weiter zurück. Um den Artenreichtum zu sichern, ist es daher zwingend notwendig, die Robinie und auch andere Bäume wie die Birke zu entfernen oder in ihrem Wuchs aufzuhalten. Dies ist jedoch schwierig, da zum einen das Gebiet nicht durch schweres Gerät verdichtet werden darf, zum anderen, da durch reines Abschneiden oder -sägen das Übel nicht beseitigt ist. Robinien treiben nach einem Rückschnitt stark aus, der Zyklus beginnt von vorn.

Neben der Pflege durch den Menschen kann auch die Beweidung von Flächen eine Lösung sein. Hohe Gräser, junge Bäume und Büsche sowie Kräuter können durch Pflanzenfresser wie Ziegen und Schafe eingedämmt werden. Dieses Prinzip macht sich der Naturschutzbund Halle zunutze, indem er etwa 100 Schafe und Ziegen an bestimmten Stellen weiden lässt. Diese Pflegemaßnahme lässt sich in den Brandbergen und auf der Bischofswiese beobachten. Oftmals sind nur noch die Spuren der Tiere in Form von Verbiss und trockenen Kothäufchen zu finden.

Auch die extensive Nutzung von Wiesen kommt dem Naturschutz zugute. Werden die Wiesen nicht gemäht, verbuschen sie und erschweren Beutegreifern wie dem Rotmilan die Jagd. Grasflächen sind auch für viele andere Tierarten wichtige Lebensräume, bieten Futter und Versteckmöglichkeiten.

Neben dem Schutz der Natur gibt es auch Kulturgut, das erhalten werden soll. Aus diesem Grund werden z.B. alte Streuobstwiesen gehegt und Kopfweiden regelmäßig beschnitten. Auch Aufräumarbeiten und Müllbeseitigung gehören zu den regelmäßig anfallenden Aufgaben im Naturschutz.

Wenn Sie aktiv zum Schutz und Erhalt von Halles Naturschutzgebieten beitragen wollen, können Sie sich den Pflegemaßnahmen des NABU anschließen, die zwischen Oktober und Februar stattfinden. Genauere Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des NABU Halle. Auch können Sie an den Arbeitseinsätzen des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder teilnehmen. Freiwillige sind willkommen und können sich hier über Termine informieren.

 

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